Landesverband Film + Video Bayern e.V.

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27. März - 29. März 2020 in Rain am Lech

Grußwort

Marcus Siebler

1. Vorsitzender und Präsident
des Bundesverbandes Deutscher Film-Autoren e.V. (BDFA)



Marcus Siebler 1. Vorsitzender und Präsident des Bundesverbandes Deutscher Film-Autoren e.V. (BDFA)

 

 

Liebe Filmemacherinnen und Filmemacher, liebe Gäste und Besucher, sehr geehrte Damen und Herren, um was geht es eigentlich bei unseren Filmfestivals? Wir sehen Filme, sprechen darüber und zeichnen einige herausragende Produktionen unter ihnen auch aus. All dies werden die 41. Bayerischen Film + Videofestspiele in diesem Jahr in gewohnter Weise mit sich bringen. Aber es geht neben all dem auch um etwas, das über dieses Festivalwochenende hin-ausreicht. Ich durfte mich im vergangenen Jahr erstmals intensiv mit unserem filmi-schen Erbe im Filmarchiv des Bundesverbandes Deutscher Film-Autoren beschäftigen und hatte die Möglichkeit, Filme zu erleben, die längst in Vergessenheit geraten sind. Ich habe der „Heimweg“ gesehen, ein Spielfilm von Alfred Seidel, der überraschend deutlich zeigt, dass der neorealistische Film Ende der 50er Jahre nicht nur im internati-onalen Kino beheimatet war. Ich stieß auf Werke wie „Concert du change“ von Volkhard Drosihn der, inspiriert durch politische und gesellschaftliche Veränderungen 1969, den konventionellen und manchmal auch etwas biederen Erzählformen der Vor-jahre eine klare Absage erteilte. Und ich entdeckte Filme wie „Die Sache mit dem Brett“ aus meinem Geburtsjahr 1981, Peter Geilsdörfer ist der Autor, der sich kritisch mit dem damals noch „neu-modernen“ Sport des Rollbrettfahren (Skateboard-Fahren) ausei-nandersetzte. Vieles in dieser Reportage erinnert an die Debatten, die heute über E-Roller geführt werden. Filmemacherinnen und Filmemacher unseres Verbandes erzählen Geschichten und dokumentieren Geschichte. Ihre Werke reflektieren die Zeit ihres Entstehens meist mehr, als uns das manchmal bewusst ist, sowohl in technischer als auch in inhaltlicher Hinsicht. Die Zeiten ändern sich, und mit ihnen auch die Art und Weise, wie und über was wir Filme machen. Wir sehen Produktionen von damals heute in einem meist völlig anderen Licht. Und weil dies so ist, so können wir auch davon ausgehen, dass wir die Geschichten von heute irgendwann einmal ebenfalls mit anderen Augen sehen werden, denn es gibt kein Medium, das Geschichte so lebensecht konservieren kann, wie der Film. Haben wir nicht eine wahrlich spannende Leidenschaft? Ich wünsche allen teilnehmenden Filmemacherinnen und Filmemachern viel Erfolg und der Wettbewerbsjury eine glückliche Hand bei der Auszeichnung der Preisträger. Ganz besonders möchte ich mich natürlich bei Wilfried Berner und dem Filmclub Rain be-danken, der mit der erfolgreichen Organisation der 76. Deutschen Filmfestspiele des BDFA vor gut zwei Jahren längst unter Beweis gestellt hat, dass keine Veranstaltung zu groß für ihn ist. Ein großes Dankeschön gilt auch dem Vorstand des BDFA Bayern und dessen Vorsitzenden Adalbert Becker. Viel Spaß und gute Unterhaltung bei den Bayerischen Film + Videofestspielen 2020 in Rain!

Marcus Siebler

Präsident und erster Vorsitzender
des Bundesverbandes Deutscher Film-Autoren e.V.